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Die Kirche zu Möhra



Die Kirche von Möhra

Im 15. Jahrhundert stand auf dem ehrwürdigen Kirchberg nur eine kleine winzige Kapelle. Sie war wohl kaum größer als der heutige Altarraum. Aus dieser Zeit blieb nur eine steinerne Tischplatte mit fünf eingehauenen Weihekreuzen erhalten. Sie bildet den heutigen Altartisch und erinnert an die bescheidenen Anfangsjahre in der Geschichte der Kirche von Möhra.

1560 geschah die erste Erweiterung der Kirche.
Die Fenster des Altarraumes, Triumphbogen, Taufstein, Kanzel und die Reste einer Nische hinter der Kanzel stammen aus dieser Zeit.
1615 wurde das mit dem sächsischen Wappen gezierte Kirchhofstor gebaut.
1684 wurde auf dem Altarplatz der Pfarrer Daniel Cäsar begraben, dessen Grabplatte man später hinter der Kanzel in die Wand einbrachte.
1686 kaufte man aus der Trinitatiskirche zu Ruhla bei Eisenach eine alte Orgel.

Durch Sturmschäden und Blitzschläge bot die Kirche am Ende des 17. Jahrhunderts einen traurigen Anblick.
1705 errichtete man unter Verwendung der alten Steine ein neues Kirchenschiff mit einem schön gestalteten Südportal.
1724 wurden die Emporenbrüstungen bemalt und
1794 erfolgte die Bemalung der Holztonnendecke mit illusionistischer Malerei.
1883 Die Jubiläumsfeierlichkeiten zu Martin Luthers 400. Geburtstag wurden auch in Möhra begangen. Eine wertvolle Lutherbibliothek wurde eingerichtet und aus staatlichen und kirchlichen Mitteln drei neue Bronzeglocken beschafft, von denen nur die Größte die Zwangsablieferungen der beiden Weltkriege überlebte.
Fenster rechts: Apostel Johannes (rechts) und Petrus (links)
Fenster mitte: Jesus und das Volk
Fenster links: D.Luther(rechts) und sein Freund und Mitstreiter Philipp Melanchthon
1907 ging man an eine umfassende Innenrenovierung. Die Holzdecke wurde samt Malerei zugeputzt und die gesamte Kirche im Stil der Zeit mit einer dunklen Dekorationsmalerei versehen. Die drei bunten Glasfenster im Altarraum wurden von einem Seitenverwandten Martin Luthers gestiftet.
1945 nahm die Kirche durch amerikanischen Panzerbeschuß an ihrer Westseite schweren Schaden. Die Orgel wurde dadurch fast unbrauchbar. 1961 konnten durch Spenden der Gemeinde zwei neue Bronzeglocken beschafft werden.
1968 entschloß man sich zu einer Innenrenovierung. Dabei wurden die alten Farbverhältnisse wieder hergestellt, der Orgelprospekt von Übermalungen befreit und nach Entfernung des Putzes die Holzdecke nach alten Vorlagen neu bemalt.
In Vorbereitung des Jubiläumsjahres 1983 erfolgten nochmals umfangreiche Renovierungen im Innenraum und an der äußeren Gestalt der Kirche. Im gleichen Jahr baute die Fa. Böhm aus Gotha in das alte Gehäuse eine neue Orgel mit 15 Registern ein.
Impressionen einer Kirche